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Zahnzusatzversicherung für Implantate: Was die Tarife 2026 zahlen

Das Implantat ist die größte Eigenanteil-Lücke bei Zahnersatz: Die Kasse zahlt nur den Festzuschuss zur Regelversorgung. Was Mehr Zahn 100 (100 %) und MediZ Smile 75/85 bei Implantaten erstatten — und warum der frühe Abschluss über tausende Euro entscheidet.

Anil Anik
Anil Anik
Gebundener Versicherungsvertreter, BarmeniaGothaer
Veröffentlicht 27.06.20268 Min. Lesezeit

Ein verlorener oder zerstörter Zahn ist für viele der Moment, in dem sie zum ersten Mal merken, wie groß der Abstand zwischen dem ist, was die gesetzliche Kasse zahlt, und dem, was am Ende auf der Rechnung steht. Bei einem Implantat überweist die Kasse einen Festzuschuss — und der bemisst sich an einer Lösung, die du in aller Regel gar nicht bekommst. Den Rest trägst du selbst. Implantate gehören zu den teuersten Selbstzahler-Leistungen der Zahnmedizin, und genau hier hat eine Zahnzusatzversicherung den größten Hebel. Dieser Artikel zeigt, warum die Lücke bei Implantaten so groß ist, was die drei Tarife auf selbst-versichert.de erstatten — und warum der Zeitpunkt des Abschlusses über mehrere tausend Euro Eigenanteil entscheiden kann.

Warum dieser Artikel

Ich bin Anil Anik, gebundener Versicherungsvertreter (§ 34d Abs. 7 GewO) der BarmeniaGothaer. Ich vermittle die hier beschriebenen Zahnzusatztarife — schließt du nach diesem Text einen ab, verdiene ich daran mit. Deshalb stütze ich mich auf das, was in den Tarifbedingungen steht: die Erstattungssätze für Zahnersatz, die ausdrücklich genannten Implantate, die Höchstgrenzen-Staffel der ersten Jahre. Konkrete Behandlungskosten beim Zahnarzt nenne ich bewusst nicht — die hängen vom Befund, vom Material und vom Honorar ab und lassen sich nicht seriös pauschalisieren. Belastbar sind der gesetzliche Festzuschuss und die Tarifleistung, und um die beiden geht es hier.

Warum gerade Implantate die größte Lücke reißen

Der gesetzliche Festzuschuss ist befundbezogen: Die Kasse schaut, welcher Zahn fehlt oder zerstört ist, und legt dafür eine Regelversorgung fest — die medizinisch ausreichende Standardlösung für genau diesen Befund. Für einen fehlenden Zahn ist das in aller Regel eine Brücke oder eine Prothese, nicht das Implantat. Das Implantat ist die höherwertige Versorgung: ein künstlicher Wurzelersatz im Kieferknochen, auf dem die Krone sitzt.

Entscheidest du dich für diese höherwertige Lösung, bleibt der Festzuschuss auf dem Niveau der Regelversorgung stehen — die Differenz zur tatsächlichen Implantat-Rechnung trägst du. Weil eine Implantat-Versorgung aufwendig ist (Operation, Implantatkörper, Aufbau und Krone, häufig zusätzlich ein Knochenaufbau), ist diese Differenz der größte Einzelposten, den eine Zahnzusatzversicherung überhaupt auffangen kann. Anders gesagt: Bei der Kontrolle oder der einfachen Füllung geht es um kleine Beträge — beim Implantat um den Teil der Rechnung, der wirklich wehtut.

Was die drei Tarife bei Implantaten erstatten

Auf selbst-versichert.de kannst du drei Tarife online berechnen und abschließen — zwei von der Gothaer (MediZ Smile 75 und 85) und einen von der Barmenia (Mehr Zahn 100, kombiniert mit der Vorsorge-Komponente Bonus D). Alle drei nennen Implantate ausdrücklich als erstattungsfähig. Der Unterschied liegt im Erstattungssatz und in der Logik dahinter.

TarifErstattung ZahnersatzImplantateMax. Erstattung im 1. Jahr
Mehr Zahn 100 + Bonus D100 % inkl. GKV-Vorleistungausdrücklich eingeschlossen1.500 €
MediZ Smile 8585 % privatzahnärztlichunbegrenzt erstattungsfähig1.000 €
MediZ Smile 7575 % privatzahnärztlichunbegrenzt erstattungsfähig1.000 €

Bei den Smile-Tarifen der Gothaer ist die genaue Formulierung wichtig. Sie erstatten „100 % des erstattungsfähigen Rechnungsbetrages für Zahnersatz im Rahmen der Regelversorgung" und 75 beziehungsweise 85 Prozent „im Rahmen privatzahnärztlicher Versorgung". Ein Implantat fällt in den privatzahnärztlichen Bereich — hier greifen also die 75 oder 85 Prozent. Die Bedingungen halten zugleich fest: „Keramischer Zahnersatz und keramische Verblendungen sind bis Zahn 8, Implantate unbegrenzt erstattungsfähig."

Dieses „unbegrenzt erstattungsfähig" wird leicht missverstanden: Gemeint ist die Anzahl, nicht die Höhe. Es gibt bei den Smile-Tarifen keine zahlenmäßige Obergrenze, wie viele Implantate berücksichtigt werden — der Erstattungssatz bleibt aber bei 75 oder 85 Prozent des privatzahnärztlichen Betrags. Achten musst du außerdem auf einen Satz zum Festzuschuss: „Sofern die GKV keine Vorleistung erbringt, wird der tarifliche Erstattungsprozentsatz um 35 %-Punkte vermindert." Wer also komplett ohne Kassenzuschuss behandeln lässt, bekommt bei den Smile-Tarifen entsprechend weniger erstattet. Und auch die Smile-Tarife haben in den ersten vier Versicherungsjahren eine eigene Höchstgrenzen-Staffel (1.000 / 2.000 / 3.000 / 4.000 €) — ein Implantat im ersten Jahr ist dort sogar auf 1.000 € gedeckelt.

Mehr Zahn 100 geht den anderen Weg: 100 Prozent der Kosten inklusive der Vorleistung der gesetzlichen Kasse, mit Implantaten ausdrücklich im Leistungskatalog. Im Ergebnis ist die Implantat-Rechnung damit vollständig gedeckt — allerdings nur bis zu den Höchstgrenzen der ersten Kalenderjahre. Und genau diese Staffel ist beim teuren Implantat der Punkt, der über deinen tatsächlichen Eigenanteil entscheidet.

Die Zahnstaffel — warum der Zeitpunkt über tausende Euro entscheidet

Mehr Zahn 100 verzichtet auf eine allgemeine Wartezeit — „Sie haben Versicherungsschutz ohne Wartezeiten ab dem vertraglich vereinbarten Zeitpunkt", heißt es in den Bedingungen. An die Stelle der Wartezeit tritt die Höchstgrenzen-Staffel: eine von Jahr zu Jahr steigende Obergrenze für die Erstattung. Für ein Implantat ist das der entscheidende Mechanismus.

Eine aufwendige Implantat-Versorgung kann die 1.500-Euro-Grenze des ersten Kalenderjahres allein ausschöpfen. Wer also direkt nach Abschluss ein bereits geplantes Implantat angehen will, bekommt im ersten Jahr nur bis zu diesem Betrag erstattet — der Rest verteilt sich auf die Folgejahre oder bleibt Eigenanteil. Schließt du dagegen früh ab, solange die Zähne noch gesund sind, läuft die Staffel im Hintergrund ab, ohne dass sie dich je betrifft: Ab dem fünften Kalenderjahr ist die Leistung unbegrenzt, und das Implantat, das vielleicht erst in einigen Jahren ansteht, ist dann voll abgesichert. Genau deshalb ist der frühe Abschluss bei diesem Thema kein Detail, sondern der eigentliche Hebel.

Zwei Ausnahmen entschärfen die Staffel. Bestand in den sechs Monaten vor Abschluss bereits eine Zahnersatzversicherung bei einem anderen Versicherer, ist die Leistung schon ab dem dritten Kalenderjahr unbegrenzt. Und unfallbedingte Kosten sind von den Höchstgrenzen ganz ausgenommen — ein Implantat, das nach einem Unfall nötig wird, fällt also nicht unter die Staffel.

Was kostet der Schutz?

Der Beitrag richtet sich nach dem Eintrittsalter. Weil die Staffel mit jedem Jahr Vertragslaufzeit weiter abläuft und der Beitrag im jüngeren Alter niedriger ist, lohnt sich der frühe Einstieg gleich doppelt. Zur Orientierung einige der hinterlegten Monatsbeiträge (Euro pro Monat):

EintrittsalterSmile 75Smile 85Mehr Zahn 100 + Bonus D
21–25 Jahre12,00 €13,50 €27,00 €
31–35 Jahre16,00 €19,00 €40,30 €
41–45 Jahre22,50 €26,50 €55,30 €
51–55 Jahre30,00 €35,00 €70,30 €
ab 61 Jahre39,00 €49,50 €94,60 €

Die Spalte „Mehr Zahn 100 + Bonus D" enthält bereits die Vorsorge-Komponente. Den exakten Beitrag für dein Alter rechnest du in zwei Minuten im Zahnzusatzversicherung-Rechner aus.

Gesundheitsfragen — gerade bei Implantat-Bedarf entscheidend

Wer schon einen oder mehrere Zähne verloren hat, merkt hier den größten Unterschied zwischen den Tarifen:

  • Mehr Zahn 100 ist im Online-Abschluss ohne Gesundheitsfragen möglich — der Schutz startet sofort.
  • MediZ Smile 75 und 85 verlangen eine vereinfachte Gesundheitsprüfung. Wer bereits Zahnersatz für sechs oder mehr Zähne hat oder in den letzten drei Jahren wegen Parodontitis/Parodontose behandelt wurde, in Behandlung ist oder eine solche angeraten bekam, kann diese Tarife nicht online abschließen.

Für jemanden, bei dem schon mehrere Zähne fehlen oder ersetzt sind, ist Mehr Zahn 100 deshalb oft der einzige online zugängliche Weg. Eine bereits angeratene oder laufende Implantat-Behandlung ist allerdings auch hier nicht mehr versicherbar — die Versicherung greift für künftige Fälle, nicht für eine schon geplante.

Häufige Fragen

Zahlt die Zahnzusatzversicherung das Implantat zu 100 Prozent? Bei Mehr Zahn 100 ja — der Tarif erstattet 100 Prozent inklusive der Vorleistung der gesetzlichen Kasse, begrenzt durch die Höchstgrenzen der ersten Kalenderjahre. Bei den Smile-Tarifen werden Implantate mit 75 (Smile 75) oder 85 Prozent (Smile 85) des privatzahnärztlichen Rechnungsbetrags erstattet; den Restbetrag trägst du selbst.

Wie viele Implantate sind abgedeckt? Bei den Smile-Tarifen sind Implantate laut Bedingungen „unbegrenzt erstattungsfähig" — es gibt keine zahlenmäßige Obergrenze für ihre Anzahl. Begrenzt wird in den ersten Jahren aber die Erstattungssumme: bei Mehr Zahn 100 über die Höchstgrenzen-Staffel (1.500 € im 1. Jahr, ab Jahr 5 unbegrenzt), bei den Smile-Tarifen über eine eigene Staffel von 1.000 / 2.000 / 3.000 / 4.000 € in den ersten vier Versicherungsjahren.

Ich brauche bald ein Implantat — lohnt sich der Abschluss jetzt noch? Für eine bereits geplante oder angeratene Behandlung in der Regel nicht: Die Versicherung deckt künftige Fälle. Und selbst bei sofortigem Abschluss begrenzt die Staffel bei Mehr Zahn 100 die Leistung im ersten Jahr auf 1.500 €. Der Sinn der Versicherung liegt darin, vor dem Bedarf abzuschließen — dann ist das Implantat, wenn es kommt, voll abgesichert.

Wurde einer der Tarife ausgezeichnet? Der Tarif Mehr Zahn 100 wurde von der Stiftung Warentest in der Zeitschrift Finanztest (Ausgabe 08/2024) mit der Note 0,5 („sehr gut") bewertet. Maßgeblich für deine konkrete Erstattung sind aber immer die Tarifbedingungen, nicht die Note.

Was du mitnehmen solltest

Das Implantat ist der Lehrbuchfall der Zahnersatz-Lücke: Die gesetzliche Kasse zahlt nur den Festzuschuss zur Regelversorgung, die das Implantat in aller Regel nicht ist — der ganze Rest ist Eigenanteil. Mehr Zahn 100 schließt diese Lücke zu 100 Prozent, die Smile-Tarife zu 85 oder 75 Prozent des privatzahnärztlichen Betrags. Der entscheidende Hebel ist der Zeitpunkt: Wer früh und mit gesunden Zähnen abschließt, zahlt niedrigere Beiträge und hat die Höchstgrenzen-Staffel hinter sich, bevor das erste Implantat überhaupt ansteht.

Den Beitrag für dein Alter berechnest du im Zahnzusatzversicherung-Rechner, die Tarif- und Leistungsdetails findest du auf der Seite Zahnzusatzversicherung. Wie Wartezeit und Zahnstaffel über alle Leistungen hinweg funktionieren, vertieft der Ratgeber zu Wartezeit und Zahnstaffel; den großen Überblick über alle drei Tarife, Kosten und Gesundheitsfragen gibt der Zahnzusatz-Ratgeber 2026.

Quellen

  1. Barmenia — Tarif Mehr Zahn 100: „100 % der Kosten für Zahnersatz inklusive der Vorleistungen der GKV" (inkl. Implantate), Höchstgrenzen-Staffel der ersten Kalenderjahre (1.500 € im 1. Jahr … ab Jahr 5 unbegrenzt), Wartezeit-Verzicht; im Repo unter /avb/zahnzusatz/mehr-zahn-100-tarif.pdf
  2. Gothaer — AVB MediZ Smile 75: Zahnersatz Regelversorgung 100 % / privatzahnärztlich 75 %, „Implantate unbegrenzt erstattungsfähig", Minderung um 35 %-Punkte ohne GKV-Vorleistung; im Repo unter /docs/avb-smilez75.pdf
  3. Gothaer — AVB MediZ Smile 85: Zahnersatz 85 % privatzahnärztlich, Implantate unbegrenzt erstattungsfähig; im Repo unter /docs/avb-smilez85.pdf
  4. § 55 SGB V — Befundbezogene Festzuschüsse beim Zahnersatz (60 % der Regelversorgung, 70 % mit 5 Jahren Bonusheft, 75 % mit 10 Jahren)
  5. Stiftung Warentest, Finanztest 08/2024 — Bewertung Zahnzusatztarif Mehr Zahn 100 mit Note 0,5 („sehr gut")

Stand der Information: zum Veröffentlichungsdatum dieses Beitrags. Tarif- und Gebührenangaben können sich ändern. Dieser Beitrag dient zur allgemeinen Orientierung und ersetzt keine individuelle Beratung. Verbindlich sind ausschließlich die jeweiligen Versicherungsbedingungen und Tarifinformationen.

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